Glaubens-Hardcore

markusevglWie die Predigt zu Mk. 16, 17+18 bei mir weiter klingt:

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen:
1. In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben.
2. Sie werden in neuen Sprachen sprechen.
3. Wenn sie Schlangen anfassen oder ein tödliches Gift trinken wird es ihnen nicht schaden.
4. Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.

Unabhängig davon, ob der Schluss des Markus-Evangeliums nun ursprünglich ist oder später von einem Jesus-Jünger namens Aristion angefügt wurde, gehört er doch zum Überlieferungsgut der ersten Christen. Die beiden Verse charakterisieren, was in den Gemeinden der ersten Generation los war. Es geht um nicht mehr oder weniger um die praktischen Konsequenzen des Glaubens, der ein rettender ist. „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet…“ (vorheriger Vers 16a) Ich glaube daran: Jesus hat mich persönlich aus der Spirale des Bösen und dem Ausgeliefertsein an menschenfeindliche Zeitgeister befreit.

Begleiten mich diese Zeichen?
Hmmm – zum Teil ja, zum Teil nein…
Wenigstens im übertragenen Sinn habe ich schon durchaus gute Erfahrungen machen können. Punkt 4 z. B. ist aber noch ein ziemlich weißer Fleck auf meiner Landkarte…

Wie ist es dann mit dem Gemeindeleben unserer Tage bestellt? Folgen die genannten Zeichen denen, die sich als gläubig bezeichnen?
Falls nicht: Stimmt dann mit unserem Glauben und unserer Seelsorge etwas nicht?
Der Markus-Schluss ist ein Frontalangriff auf unsere christliche Selbsteinschätzung und auf unser Kirchenverständnis.
Nicht von ungefähr kommen daher die meisten Bedenken und Ausreden:

1. Der Text ist nicht wörtlich zu verstehen, sondern symbolisch gemeint.
2. Der Markus-Schluss ist „unecht“ und daher nicht ursprünglich biblisch.
3. Die erwähnten Zeichen konnten nur die 12 Apostel vollbringen.
4. Dies kann nur Gott selbst wirken und gilt daher nicht mir persönlich.
5. Es geht um eine ganz spezielle Gabe des Glaubens, die nicht jede/r hat.
6. Der Text ist nur für Pastoren und Hauptamtliche.
7. Wenn schon die heutigen Hauptamtlichen das nicht mehr bringen, dann erst recht nicht normale Christen.

Kann es sein, dass sich hinter all diesen Gegenargumenten eine Angst versteckt, ernst zu machen mit der Freundschaft, die Jesus mir immer und immer wieder anbietet? Eine Angst vor den Veränderungen, die ein Leben mit Gott nach sich zieht? Eine Angst vor der Kehrtwende in meinem Leben und Handeln, die mich bis ins Innerste bewegt und mein Denken und meine Gefühle auf ein ganz neues Gleis lenkt? Angst vor der Unkalkulierbarkeit des Heiligen Geistes? Angst vor der „Freiheit der Kinder Gottes“?
Wie wäre es, wenn wir nicht nur mit dem Zeigefinger auf die Unzulänglichkeiten der Kirche und ihrer Christen zeigen, sondern den drei anderen Fingern folgen, die dabei immer auf uns selbst zeigen. Wie ist es denn bei mir:

1. Bin ich schon frei von den Ungeistern dieser Welt und Zeit?
2. Wie ist es um meine Gebetssprache bestellt, und verkünde ich die Erlösung durch Jesus Christus verständlich?
3. Begebe ich mich bedenkenlos in geistliche und seelische Gefahren, und betreibe ich Raubbau an meinem Leib durch Trägheit und falsche Ernährung?
4. Vertraue ich der heilenden Kraft des Geistes Gottes in meinem Leben und in meiner Umgebung?

Ein [geistliches Coaching] ist hilfreich. Taufpaten, Firmpaten und andere Wegbegleiter haben verantwortungsvolle Aufgaben. Mit Deinen Lebens- und Glaubensfragen bist Du nicht allein. Kirche und Gemeinde bieten Dir [geschwisterliche Beziehungen] an. Komm und sieh!

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4 Gedanken zu “Glaubens-Hardcore

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