Das „Französlein“

„Francesco”, so soll der Vater von Giovanni Battista Bernardone (1181–1226) aus Assisi in Umbrien seinen Sohn wegen eines in dessen Geburtsjahr erfolgreichen Geschäfts als Tuchhändler mit französischen Partnern geneckt haben. Dieser Francesco, Franziskus, hat die Christenheit nachhaltig geprägt, bis heute, über alle Konfessionen hinweg. Auch er ist einer von denen, die Träume haben und sich von inneren Bildern leiten lassen. „Francesco, baue meine Kirche wieder auf“, damit weiß er sich von Jesus berufen und setzt das wortwörtlich an drei verfallenden Kirchen in die Tat um. Bis er merkt, dass damit die Kirche als Ganzes gemeint war. So kann er sich … Das „Französlein“ weiterlesen

Jesus geht nach Trastevere

Wo bist Du, Herr, in diesem riesigen Kirchenmuseum der Stadt Rom, voller barocker Pracht? Einst wehte Dein Geist in den Händen derer, die das Marmor bearbeiteten, die die Fresken malten, die die Mosaike byzantinisch zusammensetzten, die die römisch bemaßten Ziegel formten, brannten und mauerten. Einst warst Du bei den Menschen, die sich versammelten unter Wort und Sakrament, auch wenn sie die antike Sprache gar nicht mehr verstehen konnten. Du warst den Menschen nahe, die ihr Geld gaben zur vermeintlichen Ehre Gottes, und das doch von der Staatsmacht zum Leben in Saus und Braus und zum Errichten weltlicher Denkmäler vereinnahmt wurde. … Jesus geht nach Trastevere weiterlesen

Petrusgrab

„Die wichtigste Pilgerstätte der Christenheit“, haben wir heute gelernt. Für die meisten der Menschenmassen im Petersdom ist die Petrusfigur vorne rechts kaum mehr als eine spektakuläre Kulisse für ein Selfie. Dennoch sind es noch Viele, die ihre Pilgerschaft mit dem Berühren eines der Füße bekräftigen. Auch ich reihe mich ein. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich hier. Viel wichtiger war jedoch der Gottesdienst, den wir heute früh als Gruppe in der Seitenkapelle Pius X. feiern durften. Hier wurde Christus gegenwärtig, im Zusammensein unter seinem Wort, im Gedächtnis an Kreuz und Auferstehung, in der Gemeinschaft mit Brot und Wein. … Petrusgrab weiterlesen

Hauskirchen

Der zweite Aspekt früher Stätten der Christenheit, der mich beeindruckt. 24 Hauskreise bzw. Hausgemeinden sind historisch belegt. Man traf sich in den normalen Bürgerhäusern, und zwar Menschen aller Schichten. Hauseigentümer öffneten ihre Hauskreise besonders für minder Bemittelte, Witwen, Sklaven. Bei St. Petrus in Ketten und besonders an St. Praxedis kann man es außen bis heute sehen. Erst 500 Jahre später und noch einmal in der Barockzeit, als die Stadt Rom aus relativer Bedeutungslosikeit wieder erstand, hat man dahinter die heutigen Kirchen gebaut, oft unter Verwendung von antikem Säulenmaterial aus den Trümmern des Forum Romanum. Hauskreise, „kleine christliche Gemeinschaften“ sind also … Hauskirchen weiterlesen

Rom ist eine Sache für sich…

…sagt unsere nette guida turistica. Sie muss es wissen, denn sie lebt schon über 30 Jahre hier. Sie begleitet uns auf unserer Wallfahrt nach Rom in der Stadt, kompetent und fast allwissend. So kommen wir sehr flexibel auch an Orte jenseits des üblichen Touristikprogramms. Zwei Highlights heute am Sonntag: Die Basilika St. Paul vor den Mauern, die Hinrichtungsstätte „tre fontane“ des Völkerapostels und anderer, und vor allem der Gottesdienst in den Domitilla-Katakomben, wo die ersten Christen von Rom sich von ihren lieben Verstorbenen verabschiedeten und voller paradiesischer Freude die Wiederkunft Christi erwarteten. So haben sie das auch gefeiert. Noch Martin … Rom ist eine Sache für sich… weiterlesen

Weite · Nähe · Tiefe

„WIR müssen die Kirche nicht retten“, lese ich während meiner [Wanderexerzitien] im [Wort der katholischen Bischofskonferenz zur „Erneuerung der Pastoral“] 50 Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil. Es erscheint zeitgleich zum Ende eines [synodalen Dialogprozesses] über mehrere Jahre in der deutschen katholischen Kirche, der eine neue Zeit des kirchlichen Engagements in der Gesellschaft einläuten soll (S. 10f). Was mir sofort auffällt: In dem (ohne das Inhaltsverzeichnis) 51-seitigen Text kommt 57 Mal der Begriff „Charisma“ vor, in seinen verschiedenen grammatikalischen Formen. Charismen, die Gaben des Heiligen Geistes an alle Getauften zur Auferbauung der christlichen Gemeinde (Röm. 12, 1. Kor. 12). Rettung, … Weite · Nähe · Tiefe weiterlesen

Mal was ganz anderes…

Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung schädlich ist, oder es zumindest sein kann, steht in dem neu erschienenen Forschungsbericht der Uni Bonn von Alexander Markowetz: „Digitaler Burnout“, München 2015 (Droemer-Knaur), ISBN 978-3-426-27670-9, 19,99 €. Bei [Heise-online] lese ich: „Smartphone-Apps funktionieren wie Glücksspielautomaten“, erläutert Professor Markowetz. „Wir betätigen sie immer wieder, um uns einen kleinen Kick zu holen.“ Für den kleinen Kick zwischendurch sorgen nicht nur die sogenannten Casual Games, mit denen im Jahr 2015 voraussichtlich mehr als 30 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden, sondern auch Social-Media-Anwendungen wie Facebook, Whats-App oder Dating-Apps wie beispielsweise Tinder. Dabei sei das Verhalten kein exklusiver Tick der Jugend, … Mal was ganz anderes… weiterlesen