„Leadership live“ 2. Teil

Im Zentrum des [1. Teils] stand ein Planspiel mit vielen Rollen verschiedener Leitungsfunktionen. Im Abstand von drei Monaten haben wir die damals aufgetretenen Probleme gemeinsam erinnert und nochmals ausführlich unter die Lupe genommen, besonders die Stellen, wo die Seminarleitung ihr professionelles „Stop“ gerufen hatte, wenn wir uns im Planspielkomplex verfranzt hatten. Die hohe Kür einer sich selbst steuernden Gruppe (dieses Ziel ist gar nicht für alle und jede Situation erstrebenswert!) ist besonders unter dem Focus der

  • Rollendifferenzierung
  • Rollenbalance (Kommunikation auf Augenhöhe) und
  • Rollenklärung

zu analysieren, um zu befriedigenden Ergebnissen zu kommen. Das bekannte Bild des „Eisbergs“, bei dem 1/5 sichtbar ist und der Rest unter der Oberfläche verschwindet, ist auch für die Analyse einer Gruppenentwicklung hilfreich, denn oben schaut nur die

  • Sachebene hervor. Unter der Oberfläche ist noch die
  • Beziehungsebene in den Blick zu nehmen und kommunikativ und kooperativ zu pflegen, sowie die
  • Rollenentwicklung, und welche
  • Kooperationsbündnisse sich entwickeln bzw. entwickelt haben.

Um nun von einer Idee zu einem Projekt zu kommen, bzw. um eine Vision zu realisieren, ist es sinnvoll, sich um wenigstens eine/n Unterstützer/in zu bemühen, bevor überhaupt eine Managementstrategie greifen kann.

gruppenphasen

In dieser ersten Team- oder Gruppenbildung sind alle Mitglieder gleich und es gibt noch gar keine Leitungsrollen. Die „Kunst“ der Ideengeber oder Visionsträger besteht darin, in dieser „Chaosphase“ einerseits den Überblick zu behalten, und andererseits mit großer Geduld nicht ein eigenes Strategiemodell aufzuoktroieren, sondern von der Gruppe die einzelnen nächsten Schritte bestimmen zu lassen und bestenfalls deren Richtung zu hinterfragen. Nur das ermöglicht, dass die Gruppe ihre Entwicklung aktiv mitvollzieht, Entscheidungen mitträgt und ein „Wir-Gefühl“ entsteht. Größtmögliche Transparenz untereinander verhindert Konflikte, die eine Gruppe in ihrer Entstehungsphase gleich wieder ausbremsen. Denn diese Konflikte werden mit Sicherheit entstehen und sind völlig normal (siehe oben das Eisbergmodell). Erst dann können und sollten die Fragen nach Struktur, Zielen und Steuerungsfunktionen bearbeitet werden. Erste personelle Veränderungen in der Gruppenformation sind auch dann ein ganz normaler Vorgang.

Für ein christliches Projekt ist noch der spirituelle Kontext zu pflegen. In der „Chaosphase“ der Vergewisserung über Idee bzw. Vision finden sich die Gruppenmitglieder immer wieder zum Gebet zusammen (nicht nur einzeln, und nicht nur in der Stille!), um den Heiligen Geist im Denken und Handeln der Einzelnen wirken zu lassen, aber auch um in der Gruppe dem Willen Gottes für das Projekt auf die Spur zu kommen. Wenn aus der Idee/Vision eine erste Projektstruktur entstanden ist und sich der zu beschreitende Weg abzeichnet, sollte es allen in dem Beziehungsfeld relevanten Kirchen- und Gemeindeleitungen zur Prüfung vorgelegt und aufmerksam deren Reaktionen evaluiert werden, um mögliche Widerstände schon in der Aufbauphase zu überwinden oder um neue Unterstützer zu gewinnen.

Die hohe Professionalität, aber auch die kollegiale Unkompliziertheit und Freundlichkeit unserer [Seminarleitung]* wurde auch in diesem zweiten Teil von „Leadership live“ wieder einmal für alle erlebbar und trug nicht unwesentlich zum überaus effektiven Arbeitsklima in unserer Gruppe bei, die ich bei allen Veranstaltungen des [Studiengangs], der ja schon wieder fünf Jahre vorbei ist, und seinen Fortbildungsmöglichkeiten erfahren habe. Das gemeinsame Studieren als mittlerweile leicht ergrauter Alumnus mit jungen Leuten, die noch ihre „Credit-Points“ erwerben müssen, ist eine Win-Win-Situation, die ich nur wärmstens weiter empfehlen kann! Danke dem Heiligen Geist, der auch in und durch Menschen wirkt, die ihn gar nicht so bewusst präsentieren wollen. Er wirkt trotzdem wo, wie und wann er will – für mich u.v.a. beim [CE-Leitungsmodul], beim [Willow-Creek-Leitungskongress], hier bei „Leadership live“ und durch die Gebetshaus-Freunde/innen, die mich in meiner Aufgabenorientiertheit [„D/I-Typ“] rechtzeitig liebevoll zurückpfeifen…

*) Im Zusammenhang mit dem npm-Studium gelten andere Kostenregelungen.

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