Am Anfang steht das Chaos…

So stelle ich mir in sieben Schritten nach menschlichem Ermessen und Grundlagen der Organisationsentwicklung den Neuanfang einer 24/7-Gebetsinitiative vor:

1. Gut vernetzen: Was gibt es alles schon an regelmäßigen und offenen Gebetszeiten? Bei allen (wirklich allen!) Gemeinden, Konfessionen, Klöstern und Gemeinschaften nachfragen.
Besonders Katholiken kennen Zeiten bzw. Orte sogenannter „stiller Anbetung“. Sich gegenseitig wahrnehmen, respektieren, mitbeten, und für die ganze charismatische Palette von Gebetsformen öffnen.

2. Der wichtigste Schritt: Unterstützer sammeln und einfach mit Beten anfangen! Egal wo. Vielleicht liegt die Prioriät bei Euch auf „mitten in der City“? Oder bei einem kirchlich eher ungewöhnlichen Ort (Gastronomie, Schule/Uni, Ladenlokal, Tatoo-Studio – das gibt es alles schon!) Schon ab 3-5 Teilnehmern die Gruppe teilen [„Exponential“-System], nicht Wachstum, sondern Reproduktion (Vervielfältigung) von Gruppen, um von vorn herein eine zeitliche Staffelung zu erreichen.

3. Bei den Gemeinden und Initiativen dafür werben, nicht miteinander konkurrierende Zeiten einzurichten (z.B. wenn es bei Euch „Nightfever“ gibt.)

4. In dieser Chaos- und Orientierungsphase ganz viel Geduld haben. Diese Phase kann sehr lang sein. Nicht die eigenen Wunschvorstellungen mit dem Willen Gottes verwechseln. Dazu braucht es das Charisma der [Unterscheidung der Geister]. Eine Sozialraumanalyse ist sehr hilfreich für ein neues geistliches Projekt. [Straßenexerzitien] schärfen und verändern die Wahrnehmung des jeweiligen Ortes. Mehr Tipps zur Kontextorientierung in Faix/Reimer: Die Welt verstehen [siehe Literaturliste]. Immer darum beten, ob Gott überhaupt ein Gebetshaus auf seiner Agenda für den jeweiligen Ort hat.

5. Wenn ja, dann kann der Schritt „von der Idee zum Projekt“ getan werden, d.h. eine Projektgruppe wird gegründet, in der es konkreter wird. Einige Weggefährten werden dann aussteigen, weil sie bestimmte Konkretionen nicht mitvollziehen (können oder möchten). Die Projektgruppe muss daher nicht identisch mit der bisherigen Gebetsgruppe sein, aber eng verzahnt sollte sie schon sein.

In den Gebetshäusern [Freiburg] und [Augsburg] z.B. kann man ein Praktikum machen. Oder bei [Geist und Sendung in Fulda] oder anderswo eine „24/7-Woche“ probieren (gibt’s zwei Mal jährlich) um festzustellen, ob das eigene Charisma überhaupt ein Potential für intensives Gebet aufweist.

6. Gebetstage/-nächte/-wochen versuchen, z.B. mit [24/7-Prayer.de]. In den Konfessionen gibt es weitere Initiativen, mit denen man sich vernetzen kann. Evangelikal z.B. das [Wächtergebet], katholisch das [Gebetsapostolat]. Dort mitmachen und „neuen Wein in neue Schläuche“ (Lk. 5, 37f) füllen. Konfessionsgrenzen mutig überschreiten. Beten können und müssen alle Christen miteinander! Gebet und Evangelisation sind die absoluten Basics aller (!) Konfessionen und der beste Weg, um dem gesellschaftlichen Bankrott der Kirchen (FAZ zu Silvester 2015) etwas Neues glaubwürdig und überzeugend entgegenzusetzen.

7. Ab 10 Wochenstunden Gebet kann man in Augsburg beim europäischen HOPES-Kongress („Houses Of Prayer European Summit“) mitmachen (das ist nicht die MEHR-Konferenz) und Erfahrungen miteinander austauschen.

Bis hierhin ist von einem festen Haus noch gar nicht die Rede. Das Volk Gottes war jahrelang in der Wüste unterwegs, bevor die Stiftshütte und dann noch viel später der Tempel errichtet werden konnte. Auch wechselnde Orte können für ein ständig fortlaufendes Stadtgebet angesagt sein. Jede Initiative muss ihr eigenes Profil entwickeln! Einfache Kopien vorhandener Gebetshäuser funktionieren meist nicht.

Wenn die Projektinitiative sich formiert und ihre Vision gefunden hat, gibt es weitere Regeln, um Widerstände auf dem Weg der Umsetzung zu vermeiden.

Ein Gebetshaus muss gesamtkirchlich eingebunden sein (damit ist noch nicht die eigentliche Trägerschaft gemeint). Das bedeutet: Das Projekt wird allen (!) örtlichen Kirchenleitungen präsentiert, bevor es konkret in Angriff genommen wird. Geschwisterliche Korrektur ist sowohl beim Hl. Benedikt, als auch bei Johannes Calvin ein Akt der Kollegialität, und auch Freikirchen untereinander praktizieren sie.

Ziel: Mit 84 Leuten kann ein 24/7-Gebet abgedeckt werden, wenn jede/r 2 Wochenstunden übernimmt. Auch Phasen der Anbetung im Schweigen (und Hören auf Gott) tun gut. Einseitigkeiten der Gebetsformen vermeiden. Mit anderen Projektinitiativen vernetzen, z.B. in der Gruppe „GebetsHaus & Co.“ bei [jesus.de].

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