Ein neues Pfingsten

Pfingsten ist heute, jetzt! Nicht nur eine historische Reminiszenz an ein ziemlich chaotisches Ereignis mit unvorhersehbaren Folgen vor ca. 2016 Jahren. „Ein neues Pfingsten der Kirche – der Weg des Glaubens und die Grundaufgabe der Seelsorge“ so hieß meine erste Diplomarbeit über die Möglichkeiten, die Impulse der Pfingstbewegung in einer katholischen Kirchengemeinde zu realisieren. 23 Jahre später habe ich unter dem Titel „Auf dem Weg zur missionarischen Gemeinde“ exemplarisch drei Pfarreifusionen im Bistum Münster für meine Masterarbeit in „Nonprofit-Management and Administration (MNA)“ untersucht, die ganz unterschiedlich verlaufen sind. Es sind Prozesse! Der Wegcharakter ist ganz deutlich, sowohl für die Glaubensentwicklung … Ein neues Pfingsten weiterlesen

Meine Basics

Nach meiner konfessionell-pastoralen Standort-Vergewisserung (siehe unten Punkt 4), aber noch vor dem Abschluss meiner Leiterfortbildungen und dem noch nicht ganz vollständigen Berufungs-Check fasse ich die Basics dieses Jahres als Volunteer in einer Gemeinde des evangelikal-charismatischen Mülheimer Verbands zusammen: 1. Programm Auslöser für meinen Neuanfang ist der Masterplan von PP. Franziskus [„Evangelii Gaudium“], von dessen Nr. 3 ich mich [persönlich betroffen] sehe und die nicht nur Pflicht-Lektüre für alle pastoral Interessierten ist, sondern auch Einladung, Bekehrung konkret zu vollziehen, und zwar „noch heute“, also bis 24:00 Uhr! Evangelisierung ist die Grundidentität jeglichen kirchlichen Handelns. Das kann man in „Evangelii Nuntiandi“ von … Meine Basics weiterlesen

Kirche – was nun?

Das NDR-Fernsehen (3. Programm) befasst sich in „Hallo Niedersachen“ diese Woche [mit diesem Thema]. Rechtzeitig vor Einstellung des lokalen Fernsehprogramms unserer Stadt gab es am 29.12.2015 noch ein Interview zum selben Thema, und als die Austrittszahlen im Juli 2015 veröffentlicht wurden, habe ich [schon dazu gebloggt] und hier mehrfach nach den Konsequenzen gefragt und [Strategien überlegt]. Die Fakten sind erschreckend, und wenn sie so vertraut sind, heißt das ja, dass es mit der Mainstreampastoral nicht so weiter gehen kann wie bisher. …das, was ich hier zu sagen beabsichtige, eine programmatische Bedeutung hat und wichtige Konsequenzen beinhaltet. Ich hoffe, dass alle … Kirche – was nun? weiterlesen

post-konfessionell?

Nach den vielen ökumenischen Dialog- und Konsenspapieren (über das Wesen der Kirche und den Dienst des Amtes darin steht der Konsens noch aus) ist es ein bemerkenswertes Zeichen, wenn eine freikirchliche Gemeinde sich in ihrem Profil auch ihres Katholisch-Seins vergewissert: Bibel(lesen), Gebet und Nächstenliebe sind die Quellen der Einheit auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel, zum einen Gott. Dass die Quellen fließen, dafür sind alle Getauften und Gefirmten/Konfirmierten gemeinsam verantwortlich. Meinen eigenen [Standort] hatte ich gerade fertig, als ich zu Weihnachten wieder einmal auf der Homepage unserer Tochtergemeinde war. Freudig überrascht klinke ich mich als Katholik so ein: biblisch: Alle … post-konfessionell? weiterlesen

Bergoglios Garage

Evangelisation hat etwas mit Verkündigung, Bekehrung und Glaubenswachstum zu tun, was eine Eucharistiefeier von 45 Min. hoffnungslos überfordert, wiewohl die Kernelemente durchaus in ihr vorkommen (Lesungen, Bekenntnis, Kommunion). Hören und Bedenken der Gegenwart Gottes in seinem Wort, und „Inkarnation Jesu durch den Heiligen Geist“ in der Kommunion und die Aussendung in den lokalen Kontext (darum die Bezeichnung „heilige Messe“ vom lateinischen „ite, missa est“ – „geht hin, es ist Aussendung“) erfordert nicht nur eine nachhaltige Alltagspraxis, sondern auch kontinuierliche Vorbereitung und Bereitschaft zur Weiterentwicklung, zum Wachstum im Glauben. Auch das ist neben Eucharistie-/Abendmahlsfeiern mit ein- bis zweimaligem Sakramentenkatechese- oder Konfi-Kurs … Bergoglios Garage weiterlesen

Eucharistie-Inflation

Das klingt erst einmal negativ. Ein Zuviel an Eucharistie? Kann es das geben? Wie komme ich zu dieser Einschätzung? „Eucharistie“ heißt übersetzt „Gnadenfreude“ und meint die dankbare Feier der Gnade, die Gott uns Menschen schenkt, wenn wir seine Gegenwart in Wort und Zeichen feiern und er uns geistliche Gaben anvertraut. Näherhin ist damit (in evangelischer Terminologie) die Feier des Abendmahles gemeint. Katholischerseits hat sich die Bezeichnung „Eucharistiefeier“ nie richtig durchgesetzt. Volkstümlich heißt es immer noch „heilige Messe“ im Unterschied zur „Wortgottesfeier“, die, weil ohne Abendmahl, ein Schattendasein führt, auch in ihrer spirituellen Wertschätzung. Noch… Die Feier der Eucharistie, die hl. … Eucharistie-Inflation weiterlesen

neo-charismatisch?

Dass es bei der Wiederentdeckung der charismatischen Dimension von Kirche und Christsein nicht um den Rückzug in fromme Zirkel zur Pflege seltsamer Frömmigkeitsübungen gehen kann, habe ich in den vorigen Blogs ja schon ausführlich dargestellt. Das neue evangelikale Profil der Theologie besteht aus den zwei Brennpunkten einer Ellipse: Inkarnation („eingefleischt sein“) Jesu durch den Heiligen Geist ins Heute von Christen, und: „Gott und den Menschen zugewandt“ zur Transformation der Gesellschaft. Ein neues charismatisches Profil von Kirche bzw. Gemeinde checkt die Gaben und Potentiale der Persönlichkeiten von Christen und macht sie fruchtbar für Gemeindeaufbau und -entwicklung. Richtwerte sind die Charismenkataloge der … neo-charismatisch? weiterlesen

charismatisch

„Weg von einer nur aufgabenorientierten hin zu einer gabenorientierten Pastoral“, fordert die Bistumsleitung 50 Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil, [ausführlich hier]. Das erfordert nicht nur einen „milden Perspektivwechsel“, sondern gem. Evangelii Gaudium eine „conversión“ – Bekehrung, Kehrtwende, auch wenn sich im Kirchenvolk Ignoranz oder Gegenwehr breitmacht. Gabenorientierung ohne Wiederentdecken der neutestamentlichen Charismen aus Röm. und 1. Kor. 12 wird eine Sprechblase bleiben. Welche Gemeinde hat ein praktikables Konzept, um diese Kehrtwende ihrer Pastoral auch wirklich zu vollziehen, jetzt? Es gibt sie längst. Aus der [Willow-Creek-Community] kommt z. B. das D.I.E.N.S.T.-Seminar, dessen Professionalität mit dem im Unternehmensmanagement verbreiteten DISG-Persönlichkeitstest ich … charismatisch weiterlesen

neo-evangelikal

Noch eine neue Schublade? Nach „[evangelikal]“ nun auch noch „neo-“? Pietisten und neuen geistlichen Bewegungen wird zuweilen vorgeworfen, zu sehr um das persönliche Seelenheil bemüht zu sein. „Schaut beim Loben nicht nur nach oben, schaut auch mal zur Seite, dann seht ihr die Pleite“. Ob dieser Slogan in seiner Flapsigkeit berechtigt ist, sei einmal dahingestellt. Aber er legt den Finger auf den Glaubwürdigkeitstest. Wie beim Kreuz gehören Vertikale und Horizontale zusammen. Auch in „Evangelii Gaudium“ spielen gesellschaftliche Verantwortung und christliche Soziallehre eine große Rolle. So sehr, dass die anderen Punkte leicht vergessen werden und nur die soziale und politische Seite … neo-evangelikal weiterlesen

evangelikal?

Wie ergeht es mir als katholischer Volunteer in einer evangelikalen Gemeinde? Ich versuche mal, meinen Standort zu beschreiben: „Evangelikal“ ist keine Konfessionsbezeichnung. Den Begriff gar mit Fundamentalismus gleichzusetzen, ist ein Zerrbild, das es abzubauen gilt. Evangelikal sind Gemeinden (meist Freikirchen) und landeskirchl. Gemeinschaften, die in der [Evangelischen Allianz] miteinander kooperieren. Das liest sich in deren Selbstverständnis so: „Wir wollen die geistliche Einheit aller, die von Herzen an Jesus Christus glauben, bewusst machen. Wir ermutigen und helfen zu gemeinsamem Gebet und zu gemeinsamen evangelistischen, seelsorgerlichen und diakonischen Aufgaben.“ „Von Herzen an Jesus glauben“ ist der Schlüsselbegriff. Er meint dabei weniger das … evangelikal? weiterlesen

Martin Luther geht nach Fulda

und sucht noch rechtzeitig vor dem Reformationstag 2015 die dort versammelten deutschen katholischen Bischöfe heim. Deren Ausführungen zum gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen und zum Dienstcharakter der kirchl. Weiheämter lesen sich in der 100. Verlautbarung der Bischofskonferenz vom September 2015 in [„Gemeinsam Kirche sein”], nach dem dreijährigen Dialogprozess mit den kirchlichen Gremien, fast wie eine protestantische Streitschrift „wider die ewig Gestrigen“. Diese werden die bischöflichen Ideen nicht mögen, weil sie mit dem traditionellen Klerikalismus brechen und zu einer charismatischen Kirche einladen, ganz im Sinne der [„Regierungserklärung“ von 2013] und dem Führungsstil ihres Bischofskollegen in Rom. Ja, spätestens jetzt, nach 498 Jahren, … Martin Luther geht nach Fulda weiterlesen

Weite · Nähe · Tiefe

„WIR müssen die Kirche nicht retten“, lese ich während meiner [Wanderexerzitien] im [Wort der katholischen Bischofskonferenz zur „Erneuerung der Pastoral“] 50 Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil. Es erscheint zeitgleich zum Ende eines [synodalen Dialogprozesses] über mehrere Jahre in der deutschen katholischen Kirche, der eine neue Zeit des kirchlichen Engagements in der Gesellschaft einläuten soll (S. 10f). Was mir sofort auffällt: In dem (ohne das Inhaltsverzeichnis) 51-seitigen Text kommt 57 Mal der Begriff „Charisma“ vor, in seinen verschiedenen grammatikalischen Formen. Charismen, die Gaben des Heiligen Geistes an alle Getauften zur Auferbauung der christlichen Gemeinde (Röm. 12, 1. Kor. 12). Rettung, … Weite · Nähe · Tiefe weiterlesen