mündig · alltagstauglich · fröhlich

So soll es zugehen, wenn Christen zusammenkommen, bei Gottesdienst und Engagement. Mündig hat etwas mit dem Mund zu tun. Das offene Wort am passenden Ort. Wann nehmen Gemeindemitglieder ihr Profil und Programm selbst in die Hand, anstatt auf Priester und Hauptamtliche zu warten? Sind wir kreativ und mutig, das als richtig Erkannte auch gegen Widerstände von erneuerungsresistenten Pastoralteams durchzusetzen? Der ranghöchste Katholik jedenfalls hat den „Reformprozess in Gang gesetzt“, über den er in der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si’” lapidar feststellt, dass er „immer noch aussteht” (LS Nr. 3). „Immer noch“! Was ist in den letzten zwei Jahren seitdem in der Kirche … mündig · alltagstauglich · fröhlich weiterlesen

Glaubens-Hardcore

Wie die Predigt zu Mk. 16, 17+18 bei mir weiter klingt: Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: 1. In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben. 2. Sie werden in neuen Sprachen sprechen. 3. Wenn sie Schlangen anfassen oder ein tödliches Gift trinken wird es ihnen nicht schaden. 4. Kranke, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Unabhängig davon, ob der Schluss des Markus-Evangeliums nun ursprünglich ist oder später von einem Jesus-Jünger namens Aristion angefügt wurde, gehört er doch zum Überlieferungsgut der ersten Christen. Die beiden Verse charakterisieren, was in den Gemeinden der ersten … Glaubens-Hardcore weiterlesen

Ganz nah ist dein Wort

„Wie nah lässt Du Gottes Wort an Dich ran?“ lautete die Einleitungsfrage zur Auslegung des Senfkorngleichnisses heute im Gottesdienst. Mir fällt ein, dass ich es schon oft „in touch“ mit mir gelassen habe, „denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. (5. Mos./Dtn. 30, 11-14)“. Vor jeder Verkündigung des Evangeliums im kath. Gottesdienst mache ich mit den anderen das dreifache „kleine Kreuzzeichen“: Herr, Dein Wort sei in meinem + Verstand, auf meinen + Lippen und in meinem + Herzen! Und dann laut: „Ehre sei Dir, o Herr!“ Kleine … Ganz nah ist dein Wort weiterlesen

Zahlen und Fakten

Die katholische Bischofskonferenz hat heute die jährliche Kirchenstatistik für Deutschland veröffentlicht. 2014 sind fast 218.000 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten, so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Dadurch sinkt die Anzahl der deutschen Katholiken auf knapp 24 Millionen (29,5%). Die evangelischen Landeskirchen haben mit 22,6 Millionen einen Bevölkerungsanteil von 27,9%. Deren Austrittszahlen werden für 2014 auf mehr als 400.000 hochgerechnet. Leichte Anstiege bei den Katholiken waren in den Ballungsräumen Berlin und Hamburg zu verzeichnen, außerdem bundesweit beim sonntäglichen Gottesdienstbesuch und bei Taufen und Trauungen. Eine Kehrtwende („Conversión) zu [mehr missionarischer Kraft] im Sinne von „Evangelii Gaudium“ sieht anders … Zahlen und Fakten weiterlesen

Kirche wie Jesus sie möchte

„Geschwisterliche Gastfreundschaft ist das beste Zeugnis für das Verhältnis zum Vater“, sagt PP. Franziskus in der [Sonntagsmesse vom 12.07.2015 in Asunción/Paraguay zu Mk. 6, 7-13]. Er schreibt uns ein Charisma ins Stammbuch, das nicht nur jede/r persönlich anwenden kann, sondern das bis in unser konfessionelles Miteinander hineinreichen muss: „Wie oft denken wir an die Mission auf der Grundlage von Projekten und Programmen! Wie oft stellen wir uns die Evangelisierung in Verbindung mit tausend Strategien, Taktiken, Manövern, Kniffen vor und meinen, dass die Leute sich aufgrund unserer Argumente bekehren. Heute sagt es uns der Herr ganz klar: In der Logik des … Kirche wie Jesus sie möchte weiterlesen

Zerrbilder

„Freikirche? Aber die sind doch evangelikal…“ bekomme ich oft zu hören. In der postmodernen Gesellschaft des Jahres 2015 sind die verschiedenen Konfessionen ein Grundübel, welches der Glaubwürdigkeit der Botschaft und des Lebens von uns Christen im Wege steht. „Zerrbilder“ weiterlesen

Ein schmaler Grat?

In der FAZ von heute (Datum s. links) wird der Briefwechsel zwischen den Leitern der EKD und der kath. Bischofskonferenz über das Lutherjahr 2017 (500 Jahre Reformation) kommentiert (auf S. 4+8). Ich stimme Heinrich Bedford-Strohm zu, der „eigentlich ein Christus-Jahr“ gefeiert sehen möchte. Sowohl evangelischer- wie auch katholischerseits haben wir heute für die Plausibilität des christlichen Glaubens überhaupt zu kämpfen. „Ein schmaler Grat?“ weiterlesen

Meine fresh-X

Nein, es ist nicht der „Berg der Verklärung“, auf dem alles in rosigem Licht leuchtet, der mich zu meinem Entschluss geführt hat. Beim Auswertungsgespräch nach dem [Charismen-Seminar] sagte mir der Pastor: „Glaube nicht, dass bei uns alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Du wirst auch die Kehrseite der Medaille sehen und an unsere dunklen Seiten kommen.“ Ich finde dies sehr ehrlich. Aber meine selbst verordnete „Probezeit“ während des [Ostergartens] ist halt sehr positiv verlaufen „Meine fresh-X“ weiterlesen

„Damit sie zu Atem kommen“ (Ex./2. Mose 23, 12)

Ich möchte mit dem Bischof reden und bekomme einen Termin. Bis vor kurzem war er mein Dienstvorgesetzter und ich möchte ein Abschlussgespräch über meine Berufszeit als Gemeindereferent führen. Außerdem hat er als Vorsitzender der Pastoralkommission der Bischofskonferenz ein besonderes Augenmerk auf Entwicklung und Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Bevor das Bistum aber im synodalen „2. Zukunftsgespräch“ die anstehenden Entscheidungen trifft, sind alle zu einem geistlichen „Jahr des Innehaltens“ eingeladen, um aus dem Hamsterrad auszubrechen und erst einmal [„zu Atem zu kommen“]. Er weist mich darauf hin, dass unser Seelsorgeamt an alternativen Gemeinde- und Personalmodellen arbeite, die man abrufen könne. … „Damit sie zu Atem kommen“ (Ex./2. Mose 23, 12) weiterlesen

Abkehr vom Gestern

Evangelii Gaudium ist wirklich radikal. Das meint nicht nur Walter Kasper in: Papst Franziskus – Revolution der Zärtlichkeit und der Liebe, Stuttgart (Kath. Bibelwerk) 2015. In Nr. 25 nennt PP. Franziskus sein Schreiben „Programm“. Die Frage des „Spiegel“, was dieser Papst eigentlich wirklich wolle, kann also leicht beantwortet werden. Man muss nur EG gelesen und verstanden haben. Kasper weist darauf hin, dass die Übersetzung „Neuausrichtung“ nur sehr schwach das spanische Originalwort „Conversión“ wiedergibt, und das heißt nun mal nichts anderes als „Bekehrung“, Umkehr, Abkehr vom bisherigen Weg. „Alle Gemeinschaften“ … sollen dafür sorgen, „die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um auf … Abkehr vom Gestern weiterlesen