100. Katholikentag

Im Katholikentagsrückblick der kath. Bistumszeitung „Tag des Herrn“ heißt es: Es ist eher unwahrscheinlich, dass die kath. Kirche in Deutschland auf Wachstumskurs geht. Das sehe ich auch so. Aber ebenso unannehmbar ist es für mich! Wenn wir nicht auf Wachstumskurs umschwenken, haben wir unsere biblische Legitimation verraten. Der Missionsauftrag Jesu spricht von der Jüngerschaft „aller Völker … bis an die Enden der Erde.“ (Mt. 28, 19; Apg. 1, 8). Er sagt nicht: „Richtet Euch darauf ein, als eine Gruppe neben vielen anderen in der Gesellschaft zu existieren und diese Gesellschaft – auch im Blick auf den Wertekanon – mitzugestalten.“ (Matthias … 100. Katholikentag weiterlesen

Ein neues Pfingsten

Pfingsten ist heute, jetzt! Nicht nur eine historische Reminiszenz an ein ziemlich chaotisches Ereignis mit unvorhersehbaren Folgen vor ca. 2016 Jahren. „Ein neues Pfingsten der Kirche – der Weg des Glaubens und die Grundaufgabe der Seelsorge“ so hieß meine erste Diplomarbeit über die Möglichkeiten, die Impulse der Pfingstbewegung in einer katholischen Kirchengemeinde zu realisieren. 23 Jahre später habe ich unter dem Titel „Auf dem Weg zur missionarischen Gemeinde“ exemplarisch drei Pfarreifusionen im Bistum Münster für meine Masterarbeit in „Nonprofit-Management and Administration (MNA)“ untersucht, die ganz unterschiedlich verlaufen sind. Es sind Prozesse! Der Wegcharakter ist ganz deutlich, sowohl für die Glaubensentwicklung … Ein neues Pfingsten weiterlesen

Zentrum für Gebet und Evangelisation

Die (katholische) Kirche in Deutschland steht vor einem Prozess des Change-Managements, dessen Brisanz drei Jahre nach „Evangelii Gaudium“ auf den Leitungsetagen und in den Gremien vielerorts immer noch nicht begriffen wird. In den Bistümern und Landeskirchen werden  Strukturen lediglich angepasst, durch Fusionen zu Mega-Pfarreien und -Kirchengemeinden. In einigen werden neue Leitungsmodelle (mit sog. „Laien“ nach Can. 517 §2 CIC) eingeführt. Alles Maßnahmen „top down“, vom mehr oder weniger „grünen Tisch“. Das hat – verbunden mit traditioneller Priester- und Pastorenzentriertheit – viel Unverständnis an der Gemeindebasis zur Folge, und teilweise lange schwelende Konflikte um geografische und finanzielle Probleme, die Erneuerungsprozesse blockieren. … Zentrum für Gebet und Evangelisation weiterlesen

Meine Basics

Nach meiner konfessionell-pastoralen Standort-Vergewisserung (siehe unten Punkt 4), aber noch vor dem Abschluss meiner Leiterfortbildungen und dem noch nicht ganz vollständigen Berufungs-Check fasse ich die Basics dieses Jahres als Volunteer in einer Gemeinde des evangelikal-charismatischen Mülheimer Verbands zusammen: 1. Programm Auslöser für meinen Neuanfang ist der Masterplan von PP. Franziskus [„Evangelii Gaudium“], von dessen Nr. 3 ich mich [persönlich betroffen] sehe und die nicht nur Pflicht-Lektüre für alle pastoral Interessierten ist, sondern auch Einladung, Bekehrung konkret zu vollziehen, und zwar „noch heute“, also bis 24:00 Uhr! Evangelisierung ist die Grundidentität jeglichen kirchlichen Handelns. Das kann man in „Evangelii Nuntiandi“ von … Meine Basics weiterlesen

Was nehme ich mit nach Hause?

Die [ersten Eindrücke] sind verdaut, die ersten Erfahrungen ausgetauscht. Was nehme ich vom vom [Willow-Leitungskongress 2016] und dem einleitenden Seminartag von „[Fresh eXpressions Of Church]“ mit nach Hause? Für meine Gemeinde war es absolut wertvoll, dass die komplette neue Gemeindeleitung und noch einige weitere Gemeindemitglieder dabei waren. Unsere Tochtergemeinde war sogar mit einer 20-er-Crew vertreten. Die haben jetzt viele Leute, die der Gemeindeleitung auf die Finger sehen können! Aber auch für mich selbst gab es neue Perspektiven oder Vertiefungen von bereits Gelerntem. Die Vorträge von Bill Hybels über die Hinter- und bisweilen auch Abgründe in der Wahrnehmung von Leitung gingen … Was nehme ich mit nach Hause? weiterlesen

Kirche – was nun?

Das NDR-Fernsehen (3. Programm) befasst sich in „Hallo Niedersachen“ diese Woche [mit diesem Thema]. Rechtzeitig vor Einstellung des lokalen Fernsehprogramms unserer Stadt gab es am 29.12.2015 noch ein Interview zum selben Thema, und als die Austrittszahlen im Juli 2015 veröffentlicht wurden, habe ich [schon dazu gebloggt] und hier mehrfach nach den Konsequenzen gefragt und [Strategien überlegt]. Die Fakten sind erschreckend, und wenn sie so vertraut sind, heißt das ja, dass es mit der Mainstreampastoral nicht so weiter gehen kann wie bisher. …das, was ich hier zu sagen beabsichtige, eine programmatische Bedeutung hat und wichtige Konsequenzen beinhaltet. Ich hoffe, dass alle … Kirche – was nun? weiterlesen

charismatisch

„Weg von einer nur aufgabenorientierten hin zu einer gabenorientierten Pastoral“, fordert die Bistumsleitung 50 Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil, [ausführlich hier]. Das erfordert nicht nur einen „milden Perspektivwechsel“, sondern gem. Evangelii Gaudium eine „conversión“ – Bekehrung, Kehrtwende, auch wenn sich im Kirchenvolk Ignoranz oder Gegenwehr breitmacht. Gabenorientierung ohne Wiederentdecken der neutestamentlichen Charismen aus Röm. und 1. Kor. 12 wird eine Sprechblase bleiben. Welche Gemeinde hat ein praktikables Konzept, um diese Kehrtwende ihrer Pastoral auch wirklich zu vollziehen, jetzt? Es gibt sie längst. Aus der [Willow-Creek-Community] kommt z. B. das D.I.E.N.S.T.-Seminar, dessen Professionalität mit dem im Unternehmensmanagement verbreiteten DISG-Persönlichkeitstest ich … charismatisch weiterlesen

evangelikal?

Wie ergeht es mir als katholischer Volunteer in einer evangelikalen Gemeinde? Ich versuche mal, meinen Standort zu beschreiben: „Evangelikal“ ist keine Konfessionsbezeichnung. Den Begriff gar mit Fundamentalismus gleichzusetzen, ist ein Zerrbild, das es abzubauen gilt. Evangelikal sind Gemeinden (meist Freikirchen) und landeskirchl. Gemeinschaften, die in der [Evangelischen Allianz] miteinander kooperieren. Das liest sich in deren Selbstverständnis so: „Wir wollen die geistliche Einheit aller, die von Herzen an Jesus Christus glauben, bewusst machen. Wir ermutigen und helfen zu gemeinsamem Gebet und zu gemeinsamen evangelistischen, seelsorgerlichen und diakonischen Aufgaben.“ „Von Herzen an Jesus glauben“ ist der Schlüsselbegriff. Er meint dabei weniger das … evangelikal? weiterlesen

Martin Luther geht nach Fulda

und sucht noch rechtzeitig vor dem Reformationstag 2015 die dort versammelten deutschen katholischen Bischöfe heim. Deren Ausführungen zum gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen und zum Dienstcharakter der kirchl. Weiheämter lesen sich in der 100. Verlautbarung der Bischofskonferenz vom September 2015 in [„Gemeinsam Kirche sein”], nach dem dreijährigen Dialogprozess mit den kirchlichen Gremien, fast wie eine protestantische Streitschrift „wider die ewig Gestrigen“. Diese werden die bischöflichen Ideen nicht mögen, weil sie mit dem traditionellen Klerikalismus brechen und zu einer charismatischen Kirche einladen, ganz im Sinne der [„Regierungserklärung“ von 2013] und dem Führungsstil ihres Bischofskollegen in Rom. Ja, spätestens jetzt, nach 498 Jahren, … Martin Luther geht nach Fulda weiterlesen

Das „Französlein“

„Francesco”, so soll der Vater von Giovanni Battista Bernardone (1181–1226) aus Assisi in Umbrien seinen Sohn wegen eines in dessen Geburtsjahr erfolgreichen Geschäfts als Tuchhändler mit französischen Partnern geneckt haben. Dieser Francesco, Franziskus, hat die Christenheit nachhaltig geprägt, bis heute, über alle Konfessionen hinweg. Auch er ist einer von denen, die Träume haben und sich von inneren Bildern leiten lassen. „Francesco, baue meine Kirche wieder auf“, damit weiß er sich von Jesus berufen und setzt das wortwörtlich an drei verfallenden Kirchen in die Tat um. Bis er merkt, dass damit die Kirche als Ganzes gemeint war. So kann er sich … Das „Französlein“ weiterlesen

Weite · Nähe · Tiefe

„WIR müssen die Kirche nicht retten“, lese ich während meiner [Wanderexerzitien] im [Wort der katholischen Bischofskonferenz zur „Erneuerung der Pastoral“] 50 Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil. Es erscheint zeitgleich zum Ende eines [synodalen Dialogprozesses] über mehrere Jahre in der deutschen katholischen Kirche, der eine neue Zeit des kirchlichen Engagements in der Gesellschaft einläuten soll (S. 10f). Was mir sofort auffällt: In dem (ohne das Inhaltsverzeichnis) 51-seitigen Text kommt 57 Mal der Begriff „Charisma“ vor, in seinen verschiedenen grammatikalischen Formen. Charismen, die Gaben des Heiligen Geistes an alle Getauften zur Auferbauung der christlichen Gemeinde (Röm. 12, 1. Kor. 12). Rettung, … Weite · Nähe · Tiefe weiterlesen

Zerrbilder

„Freikirche? Aber die sind doch evangelikal…“ bekomme ich oft zu hören. In der postmodernen Gesellschaft des Jahres 2015 sind die verschiedenen Konfessionen ein Grundübel, welches der Glaubwürdigkeit der Botschaft und des Lebens von uns Christen im Wege steht. „Zerrbilder“ weiterlesen