Mein Fazit 2015–2016

Heute ist der letzte Tag meines „freiwilligen Jahres“! Danke Gott, danke dem Mülheimer Verband, danke der Andreas-Gemeinde Osnabrück, in der ich viele neue Freunde finden durfte, danke der Gemeindeleitung, die dieses etwas unkonventionelle Projekt ermöglicht hat! Danke aber auch meinem bisherigen Arbeitgeber, dem Bistum Osnabrück, der mich ermutigt hat, im „Jahr des Zu-Atem-Kommens“ nicht nur Pause zu machen, sondern wie im Buch Josua schon Kundschafter zu sein in einer Gemeinde und Kirche, die es geschafft hat, aus der Talsole der 80-er Jahre herauszufinden und die seitdem mit der Hilfe Gottes in eine Phase des Neuanfangs und stetigen Wachstums eingetreten ist. … Mein Fazit 2015–2016 weiterlesen

Wer die Hand an den Pflug legt…

… und nochmals zurückschaut, taugt nicht für das Reich Gottes. (Lk 9, 62) Das bleibt hängen aus dem Sonntagsgottesdienst von heute. Ich singe im Domchor. Katholische Liturgie vom 13. Sonntag im Jahreskreis, mit ihrer ganzen Feierlichkeit, aber auch herausfordernd durch die [drei Bibeltexte], aus denen gelesen wird. Das braucht seine Zeit. Die Gemeinde hört nicht nur zu, sie soll auch jeweils antworten. Mit Gesang. Hier hat die Kirche wirklich aus der Reformation gelernt! Bischof Bode ist bemüht, mit seiner Moderation und Predigt die Liturgie nicht zum Museum verkommen zu lassen. Nicht ganz einfach. „Jeden Tag erfahren wir aufs Neue das … Wer die Hand an den Pflug legt… weiterlesen

Ein neues Pfingsten

Pfingsten ist heute, jetzt! Nicht nur eine historische Reminiszenz an ein ziemlich chaotisches Ereignis mit unvorhersehbaren Folgen vor ca. 2016 Jahren. „Ein neues Pfingsten der Kirche – der Weg des Glaubens und die Grundaufgabe der Seelsorge“ so hieß meine erste Diplomarbeit über die Möglichkeiten, die Impulse der Pfingstbewegung in einer katholischen Kirchengemeinde zu realisieren. 23 Jahre später habe ich unter dem Titel „Auf dem Weg zur missionarischen Gemeinde“ exemplarisch drei Pfarreifusionen im Bistum Münster für meine Masterarbeit in „Nonprofit-Management and Administration (MNA)“ untersucht, die ganz unterschiedlich verlaufen sind. Es sind Prozesse! Der Wegcharakter ist ganz deutlich, sowohl für die Glaubensentwicklung … Ein neues Pfingsten weiterlesen

Und jetzt geh!

Der Arbeitskreis „Geistliche Gemeinde-Entwicklung“ des bischöfl. Seelsorgeamtes Osnabrück hat zum [Start-up] eingeladen. „Eine andere Kirche gesucht“ heißt es zeitgleich in der nordostdeutschen Kirchenzeitung (Nr. 10 v. 06.03.2016) auf der Titelseite zum spektakulären [Ausstieg von Thomas Frings] als kath. Pfarrer in Münster. Die Phase der Perspektivlosigkeit ist bei uns vorbei. Das Bistum Osnabrück legt allen Interessierten an einer „anderen“ katholischen Kirche eine Erneuerungs-Strategie vor, mit drei aufeinanderfolgenden Workshops für Pastoralteam- und Gremienmitglieder. Der Workshopkalender bis 2019 liegt fest. Das Priesterseminar geht über die Grenzen seiner Kapazitäten hinaus, so groß ist der Andrang bei diesem recht kurzfristig anberaumten Infotag, und im April … Und jetzt geh! weiterlesen

Meine Basics

Nach meiner konfessionell-pastoralen Standort-Vergewisserung (siehe unten Punkt 4), aber noch vor dem Abschluss meiner Leiterfortbildungen und dem noch nicht ganz vollständigen Berufungs-Check fasse ich die Basics dieses Jahres als Volunteer in einer Gemeinde des evangelikal-charismatischen Mülheimer Verbands zusammen: 1. Programm Auslöser für meinen Neuanfang ist der Masterplan von PP. Franziskus [„Evangelii Gaudium“], von dessen Nr. 3 ich mich [persönlich betroffen] sehe und die nicht nur Pflicht-Lektüre für alle pastoral Interessierten ist, sondern auch Einladung, Bekehrung konkret zu vollziehen, und zwar „noch heute“, also bis 24:00 Uhr! Evangelisierung ist die Grundidentität jeglichen kirchlichen Handelns. Das kann man in „Evangelii Nuntiandi“ von … Meine Basics weiterlesen

Der „Speer Gottes”…

…so die Übersetzung des Namens Ans-gar. Ich sitze im Bremer Dom, mit dem Gesicht nach Westen zur Orgel und der großen Fensterrosette, dahinter der Markt und die City mit ihrer hektischen Geschäftigkeit. Die Bänke sind dort so angeordnet, in drei Richtungen zur mittig im Mittelschiff befindlichen Altarinsel neben der prächtigen Renaissancekanzel. Ich bin nicht allein. An der großen Orgel nehmen ein Orgellehrer und ein fleißiger Schüler die 3. Orgelsonate in A-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy auseinander. Einige Touristen (oder Flüchtlinge?) finden den Weg in die romanisch-gotische Kathedrale. Auch einige wenige Beter sind da. Unter der Bankreihe 25 berühren meine Füße die mutmaßliche … Der „Speer Gottes”… weiterlesen

Kirche – was nun?

Das NDR-Fernsehen (3. Programm) befasst sich in „Hallo Niedersachen“ diese Woche [mit diesem Thema]. Rechtzeitig vor Einstellung des lokalen Fernsehprogramms unserer Stadt gab es am 29.12.2015 noch ein Interview zum selben Thema, und als die Austrittszahlen im Juli 2015 veröffentlicht wurden, habe ich [schon dazu gebloggt] und hier mehrfach nach den Konsequenzen gefragt und [Strategien überlegt]. Die Fakten sind erschreckend, und wenn sie so vertraut sind, heißt das ja, dass es mit der Mainstreampastoral nicht so weiter gehen kann wie bisher. …das, was ich hier zu sagen beabsichtige, eine programmatische Bedeutung hat und wichtige Konsequenzen beinhaltet. Ich hoffe, dass alle … Kirche – was nun? weiterlesen

Bergoglios Garage

Evangelisation hat etwas mit Verkündigung, Bekehrung und Glaubenswachstum zu tun, was eine Eucharistiefeier von 45 Min. hoffnungslos überfordert, wiewohl die Kernelemente durchaus in ihr vorkommen (Lesungen, Bekenntnis, Kommunion). Hören und Bedenken der Gegenwart Gottes in seinem Wort, und „Inkarnation Jesu durch den Heiligen Geist“ in der Kommunion und die Aussendung in den lokalen Kontext (darum die Bezeichnung „heilige Messe“ vom lateinischen „ite, missa est“ – „geht hin, es ist Aussendung“) erfordert nicht nur eine nachhaltige Alltagspraxis, sondern auch kontinuierliche Vorbereitung und Bereitschaft zur Weiterentwicklung, zum Wachstum im Glauben. Auch das ist neben Eucharistie-/Abendmahlsfeiern mit ein- bis zweimaligem Sakramentenkatechese- oder Konfi-Kurs … Bergoglios Garage weiterlesen

Eucharistie-Inflation

Das klingt erst einmal negativ. Ein Zuviel an Eucharistie? Kann es das geben? Wie komme ich zu dieser Einschätzung? „Eucharistie“ heißt übersetzt „Gnadenfreude“ und meint die dankbare Feier der Gnade, die Gott uns Menschen schenkt, wenn wir seine Gegenwart in Wort und Zeichen feiern und er uns geistliche Gaben anvertraut. Näherhin ist damit (in evangelischer Terminologie) die Feier des Abendmahles gemeint. Katholischerseits hat sich die Bezeichnung „Eucharistiefeier“ nie richtig durchgesetzt. Volkstümlich heißt es immer noch „heilige Messe“ im Unterschied zur „Wortgottesfeier“, die, weil ohne Abendmahl, ein Schattendasein führt, auch in ihrer spirituellen Wertschätzung. Noch… Die Feier der Eucharistie, die hl. … Eucharistie-Inflation weiterlesen

neo-charismatisch?

Dass es bei der Wiederentdeckung der charismatischen Dimension von Kirche und Christsein nicht um den Rückzug in fromme Zirkel zur Pflege seltsamer Frömmigkeitsübungen gehen kann, habe ich in den vorigen Blogs ja schon ausführlich dargestellt. Das neue evangelikale Profil der Theologie besteht aus den zwei Brennpunkten einer Ellipse: Inkarnation („eingefleischt sein“) Jesu durch den Heiligen Geist ins Heute von Christen, und: „Gott und den Menschen zugewandt“ zur Transformation der Gesellschaft. Ein neues charismatisches Profil von Kirche bzw. Gemeinde checkt die Gaben und Potentiale der Persönlichkeiten von Christen und macht sie fruchtbar für Gemeindeaufbau und -entwicklung. Richtwerte sind die Charismenkataloge der … neo-charismatisch? weiterlesen

neo-evangelikal

Noch eine neue Schublade? Nach „[evangelikal]“ nun auch noch „neo-“? Pietisten und neuen geistlichen Bewegungen wird zuweilen vorgeworfen, zu sehr um das persönliche Seelenheil bemüht zu sein. „Schaut beim Loben nicht nur nach oben, schaut auch mal zur Seite, dann seht ihr die Pleite“. Ob dieser Slogan in seiner Flapsigkeit berechtigt ist, sei einmal dahingestellt. Aber er legt den Finger auf den Glaubwürdigkeitstest. Wie beim Kreuz gehören Vertikale und Horizontale zusammen. Auch in „Evangelii Gaudium“ spielen gesellschaftliche Verantwortung und christliche Soziallehre eine große Rolle. So sehr, dass die anderen Punkte leicht vergessen werden und nur die soziale und politische Seite … neo-evangelikal weiterlesen

evangelikal?

Wie ergeht es mir als katholischer Volunteer in einer evangelikalen Gemeinde? Ich versuche mal, meinen Standort zu beschreiben: „Evangelikal“ ist keine Konfessionsbezeichnung. Den Begriff gar mit Fundamentalismus gleichzusetzen, ist ein Zerrbild, das es abzubauen gilt. Evangelikal sind Gemeinden (meist Freikirchen) und landeskirchl. Gemeinschaften, die in der [Evangelischen Allianz] miteinander kooperieren. Das liest sich in deren Selbstverständnis so: „Wir wollen die geistliche Einheit aller, die von Herzen an Jesus Christus glauben, bewusst machen. Wir ermutigen und helfen zu gemeinsamem Gebet und zu gemeinsamen evangelistischen, seelsorgerlichen und diakonischen Aufgaben.“ „Von Herzen an Jesus glauben“ ist der Schlüsselbegriff. Er meint dabei weniger das … evangelikal? weiterlesen