Fünf nach zwölf in Friedrichstadt

Urlaub im „Holländerstädtchen“ am Zusammenfluss von Treene und Eider, dem südlichsten Punkt von Nordfriesland. Eine faszinierende Stadtgeschichte. Glaubensflüchtlinge wurden nach dem 30-jährigen Krieg vom dänischen König eingeladen, dem geschundenen Land wieder auf die Beine zu helfen. So kamen [Remonstranten] aus den Niederlanden, [Mennoniten], Katholiken, Lutheraner, Juden und zeitweise auch [Quäker] und weitere kleine Gruppen und siedelten sich an, um „es zu schaffen“. Gemeinsam im Stadtrat! Besonders die Remonstranten sorgten immer wieder dafür, dass den anderen Minderheiten Toleranz und Akzeptanz widerfuhr. 1938 gelang das allerdings nicht mehr. Die Christen Friedrichstadts vermochten es nicht, die jüdische Gemeinde vor der Vernichtung zu bewahren … Fünf nach zwölf in Friedrichstadt weiterlesen

„…ohne Beschränkungen und Ängste.“

Erst heute entdeckt: In der Gruppe evangelikaler Pastoren war auch Mike Bickle, Leiter des 24/7-Gebetshauses [IHOP] in Kansas-City. Die Gründung des [Gebetshauses Augsburg] geht nicht nur, aber wesentlich auf seinen Einfluss zurück. Mike Bickles exegetische Positionen (Naherwartung) sind umstritten. Auch die Kooperation des Augsburger Gebetshauses mit Extrem-Charismatikern bei den jährlichen „[Mehr!]-Kongressen“ (u.a. Heidi Baker, Walter Heidenreich) sehe ich kritisch, weil sie der Frage nach emotionaler Manipulation standhalten muss. Evangelikalen wie Katholiken in Deutschland fällt es nach wie vor schwer, jahrhundertealte Differenzen, ja auch gegenseitigen Hass zu überwinden und sich auf das versöhnende Wirken des Heiligen Geistes zu verlassen. Beten und … „…ohne Beschränkungen und Ängste.“ weiterlesen

100. Katholikentag

Im Katholikentagsrückblick der kath. Bistumszeitung „Tag des Herrn“ heißt es: Es ist eher unwahrscheinlich, dass die kath. Kirche in Deutschland auf Wachstumskurs geht. Das sehe ich auch so. Aber ebenso unannehmbar ist es für mich! Wenn wir nicht auf Wachstumskurs umschwenken, haben wir unsere biblische Legitimation verraten. Der Missionsauftrag Jesu spricht von der Jüngerschaft „aller Völker … bis an die Enden der Erde.“ (Mt. 28, 19; Apg. 1, 8). Er sagt nicht: „Richtet Euch darauf ein, als eine Gruppe neben vielen anderen in der Gesellschaft zu existieren und diese Gesellschaft – auch im Blick auf den Wertekanon – mitzugestalten.“ (Matthias … 100. Katholikentag weiterlesen

Der Vorhang im Tempel hat zwei Beulen…

Was hat es damit auf sich? Die Pfingstpredigt in meiner Gemeinde setzt den [Tag des Heiligen Geistes] für mich fort: Wenn man die Maße des Jerusalemer Tempels umrechnet, dann passt die Bundeslade mit ihren zwei Tragestangen nicht ins „Allerheiligste“. Dies war der Ort der Gegenwart Gottes, denn die Bundeslade enthielt die Steintafeln mit den zehn Weisungen Gottes an sein Volk. Nur der Hohepriester durfte diesen Raum betreten, und nur einmal im Jahr zum [Versöhnungsfest]. Rechts und links von der Bundeslade standen zwei große Engelsfiguren (Cherubim). Die Tragestangen der Bundeslade durften nach 2. Mos./Ex. 25, 15  nicht herausgezogen und beiseite gelegt … Der Vorhang im Tempel hat zwei Beulen… weiterlesen

Ein neues Pfingsten

Pfingsten ist heute, jetzt! Nicht nur eine historische Reminiszenz an ein ziemlich chaotisches Ereignis mit unvorhersehbaren Folgen vor ca. 2016 Jahren. „Ein neues Pfingsten der Kirche – der Weg des Glaubens und die Grundaufgabe der Seelsorge“ so hieß meine erste Diplomarbeit über die Möglichkeiten, die Impulse der Pfingstbewegung in einer katholischen Kirchengemeinde zu realisieren. 23 Jahre später habe ich unter dem Titel „Auf dem Weg zur missionarischen Gemeinde“ exemplarisch drei Pfarreifusionen im Bistum Münster für meine Masterarbeit in „Nonprofit-Management and Administration (MNA)“ untersucht, die ganz unterschiedlich verlaufen sind. Es sind Prozesse! Der Wegcharakter ist ganz deutlich, sowohl für die Glaubensentwicklung … Ein neues Pfingsten weiterlesen

Delegiertentagung

An der jährlichen Delegiertentagung des [Mülheimer Verbands] (MV) darf ich als Gast teilnehmen – ein Ergebnis des MV-Treffens beim [Willow-Creek-Leitungskongress] in Hannover, wo ich bei der Bielefelder Crew am Tisch saß und ich gefragt wurde, ob ich denn auch zur „DT“ kommen würde, die dieses Mal in der Philippus-Gemeinde in Bielefeld stattfinden würde. Nun also ein tieferer Einblick in die Verbandsstruktur, und vielleicht auch etwas „hinter die Kulissen“ des Images der eigenen Gemeinde! Der MV hat 2015 seine aktualisierte „DNA“ in Kraft gesetzt und [veröffentlicht], d.h. sein Leitbild und sein Programm. Nun geht es an die Umsetzung, und das zentrale … Delegiertentagung weiterlesen

Die „drei österlichen Tage“

Eigentlich sind es ja vier: Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostern. Der Karsamstag als der „Tag der Grabesruhe Christi“ zählt nicht. Fans der katholischen Liturgie mit ihren aus dem üblichen Rahmen fallenden Riten dieser Tage sehen die Abendmahlsfeier des Gründonnerstagabends, den Karfreitagsgottesdienst zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr mit seinen eindrucksvollen Handlungen und die lange Osternacht als einen einzigen Gottesdienst in drei Stationen. Nach einem Jahr Abstinenz wegen meines Engagements im [Ostergarten] 2015 erlebe ich, nun wieder als Domchorsänger, die Liturgien anders als sonst. Nach der Ostergarten-Erfahrung bin ich durchaus „näher dran“, berühren mich die biblischen Berichte viel intensiver. Dennoch markieren die … Die „drei österlichen Tage“ weiterlesen

Wehret den Anfängen!

Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst! (Lev./4. Mos. 19, 34) Am Tag nach den erdrutschartigen Wahlerfolgen der sog. „AfD“ bei drei Landtagswahlen heißt es für alle Christen: Runter vom Sofa, raus mit dem Kopf aus dem Sand, offensiv bekennen, was wir glauben! In ihrem Wahlprogramm für Baden-Württemberg lese ich, dass sich diese Partei „christlich“ findet. Es ist also christlich und ich handle nach „unseren Werten“, wenn ich dem Ertrinkenden keinen Rettungsring zuwerfe, weil ich davon ausgehen muss, dass er ja wahrscheinlich „nicht integrierbar“ und „kulturfremd“ … Wehret den Anfängen! weiterlesen

Gebetsnacht

12 Stunden en Bloc. Kann ich das überhaupt schaffen? Und wenn ja: Wie? Und es ist ja nicht nur die weltkirchlich-katholische Initiative des 24-Stunden-Gebets, von der man in meiner Stadt nur 12 hinbekommt, es ist auch die Gebetseinladung von [Open Doors] zur Gebetsnacht für die verfolgten Christen in Syrien und im Irak. Auch die Frauen hatten am Abend schon weltweit ihren multikonfessionellen [Weltgebetstag], diesmal mit dem Focus auf Kuba. Gebetet wurde also rund um den Globus auf ganz vielen Ebenen gleichzeitig, das ist einfach nur gut. Es macht Gott Freude, so unter uns Menschen wohnen zu dürfen. „Special guest” bei … Gebetsnacht weiterlesen

Meine Basics

Nach meiner konfessionell-pastoralen Standort-Vergewisserung (siehe unten Punkt 4), aber noch vor dem Abschluss meiner Leiterfortbildungen und dem noch nicht ganz vollständigen Berufungs-Check fasse ich die Basics dieses Jahres als Volunteer in einer Gemeinde des evangelikal-charismatischen Mülheimer Verbands zusammen: 1. Programm Auslöser für meinen Neuanfang ist der Masterplan von PP. Franziskus [„Evangelii Gaudium“], von dessen Nr. 3 ich mich [persönlich betroffen] sehe und die nicht nur Pflicht-Lektüre für alle pastoral Interessierten ist, sondern auch Einladung, Bekehrung konkret zu vollziehen, und zwar „noch heute“, also bis 24:00 Uhr! Evangelisierung ist die Grundidentität jeglichen kirchlichen Handelns. Das kann man in „Evangelii Nuntiandi“ von … Meine Basics weiterlesen

Gospel-Coaching

Coaching, das hören die Beteiligten nicht ganz so gerne. „Geistliche Begleitung“ ist der Fachausdruck, mit dem bei uns ein Fachdienst bezeichnet wird, der seit einigen Jahren professionell geregelt ist und für den es eine spezielle Ausbildung gibt. Diesen [seelsorgerlichen Dienst] nehme ich schon lange gerne in Anspruch. Nun sind die [Standards neu zusammengefasst]. Für mich ist von den möglichen Eckpunkten ausschlaggebend: Nicht eine bestimmte Spiritualität steht im Vordergrund, sondern der Schatz vielfältiger geistlicher und ökumenischer Traditionen. Es geht um Hilfestellung für den individuellen Weg mit Gott, um die persönliche Berufung, um eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Geistliches Leben ist ein Weg, ein … Gospel-Coaching weiterlesen