Meine Berufung (1)

[22.06.2015, ab jetzt gilt in meinem Blog Echtzeit]
Im Anschluss an das [D.I.E.N.S.T.-Seminar – Entdecke dein Potenzial] habe ich den [online-Workshop] „Meine Berufung – Gottes Auftrag auf der Spur“ belegt, das der Evangeliums-Rundfunk (ERF) von Zeit zu Zeit durchführt. Es ist ja noch ein Unterschied, einfach begabungs- und neigungsorientiert zu handeln oder nach der Berufung zu fragen, die Gottes Willen entspricht. Mit diesen beiden Hilfen habe ich jetzt die entscheidende Weiche zu meinem Engagement im 3rd Life gestellt. Dass Berufung mit dem Eintritt in die dritte Lebensphase nicht einfach endet, sondern auch noch Überraschungen bereit hält, habe ich ja nun hautnah erfahren, und ich bin froh, meinen eigenen ursprünglichen Plan endgültig über den Haufen geworfen zu sehen.

Der Workshop bot in 17 Lektionen einen umfassenden Einblick in die Zusammenhänge von Lebensgestaltung, Beruf und Gottes möglichem Auftrag. Fast noch interessanter waren die kleinen Diskussionen in den Einzelforen. Auch ein persönliches Coaching war möglich. Als sehr hilfreich empfand ich den Vorschlag, einmal die persönliche Berufungsgeschichte aufzuschreiben. Erst dachte ich: Wow, ich habe so eine große Bandbreite geistlicher Erfahrungen machen dürfen, dass ich einen Roman schreiben könnte! Aber dann habe ich Prioritäten gesetzt und mich auf das konzentriert, was mich im Nachhinein am stärksten geprägt hat und was mir am wichtigsten geworden ist. Und siehe da: Es passt auf eine gute DIN A4-Seite.

Fazit:
Es ist schon etwas krass, sich als Katholik an eine freikirchliche Gemeinde zu binden (seit Ostern 2015) und das auch noch als geführten Weg anzusehen. Diese Art des „[Jahres des Atemholens]“ ist ein Abenteuer, und worauf es hinauslaufen wird, kann ich überhaupt noch nicht sagen. Weniger das offizielle Exodus-Motiv, schon gar nicht als kompletter „Ausstieg“ aus meiner bisherigen Glaubens-Sozialisation verstanden, sondern eher das Kundschafter-Sein für ein neues Land nach 3. Mos/Num. wird mich leiten. Was dann konkret dabei herauskommt, muss sich zeigen, ich verlasse mich auf den Heiligen Geist. Aber es spricht halt Einiges dafür: meine Ausbildungen, meine Glaubensgeschichte, die Impulse und Chancen, die mir im letzten halben Jahr einfach „zugefallen“ sind (oder eben auch nicht!), die Gespräche, die ich mit vielen kompetenten Leuten, meinen Freunden und in meiner Familie geführt habe, und nicht zuletzt der eigentliche Auslöser aus Evangelii Gaudium, „wagemutig und kreativ zu sein …  ohne Beschränkungen und Ängste“. (Nr. 33) No risk, no fun!

Eine sehr wesentliche Klammer für diesen Spagat ist meine „erste Liebe“ in der Pfingstbewegung, näherhin in der charismatischen Erneuerung in der kath. Kirche, die eine Mitarbeit in einer evangelikal-charismatischen Gemeinde erleichtert. Ich sehe es vorerst nicht als Gottes Auftrag an, noch eine weitere charismatische Gemeinschaft oder Gemeinde – womöglich mit „katholischem Tropus“ – in meiner Stadt zu sammeln. Wir haben bereits ein [konfessionelles Überangebot], besonders an Pfingstgemeinden (ganze fünf, allerdings z.T. sehr kleine), weitere Freikirchen und seit Jahrzehnten die kath. [„Kleine Kirche“]. Darum ist zunächst ein „freiwilliges Jahr“ als Volunteer mit dieser zeitlichen Begrenzung sinnvoll um zu sehen, wie es gehen wird.

Auch die [Andreas-Gemeinde] ist eine Baustelle und kein Wellnesscenter, das habe ich schon gemerkt. Gerade deshalb erlebe ich, wie wesentliche Aspekte einer „Kirche der Zukunft“ aussehen können, die schon begonnen hat. Mit ihrem [Bundesverband] stellt sie sich spirituell und pastoral im besten Sinne charismatisch auf, ohne die Betonung auf besondere enthusiastische Phänomene zu legen. Mein Fokus auf „Evangelisierung im bürgerschaftlichen Kontext“, angespornt durch PP. Franziskus mit Evangelii Gaudium, kann sich in den auch konfessionell unterschiedlichsten Organisationsformen auswirken, ich bin da ganz offen und sehe mich durch die offiziellen zwischenkirchlichen Kontakte und den privaten [Schulterschluss des Papstes mit Evangelikalen und Pfingstlern] stark ermutigt. Außerdem wird mir der kontextuelle Bezug auf die Stadt(teil-)Entwicklung Impulse geben, in welche Richtung sich mein Engagement entwickeln soll, kann und wird. Ich mache mir darüber keine Sorgen und werde ja merken, wie und wie lange ich gesundheitlich damit klar komme.

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Ps. 73, 28) – schade, dass wir das Segenslied der Jahreslosung 2014 nicht mehr im Gottesdienst singen. Wir sollten es ab und zu mal wieder ausgraben… Hmmm – meine Sprache hat sich eigentlich schon nach dem Ostergarten geändert: „Wir“ in der Andreas-Gemeinde und „die“ Katholiken – ganz sachlich – und Abwertung liebevoll vermeidend!

[Zeitraffer]

Warum dieses Foto?

Es zeigt, wie meine Lebens-Schmalspur in die Vollspur des Lebens mit Jesus einschwenkt und auf dem Vierschienengleis gemeinsam dem Ziel entgegenbrausen darf. Aufgenommen habe ich es in Mülheim an der Ruhr an der Duisburger Str./Prinzess-Luise-Str. kurz vor der Tunneleinfahrt zur Haltestelle Schloss Broich. Das Foto in der Kopfzeile ist ein Sonnenaufgang über den Borkumer Dünen.

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